13: ich dachte, ich wäre ein Stein
13-teilige Installation , Filzhohlkörper, Holz, einzeln ca. 60 x 30 x 30 cm, Plüschow, 1998

 


 Plüschow träumt

Träumen findet im eigenen inneren Raum statt. Im Traum verbindet sich Innen und Außen, Erlebtes und bis dahin Unvorstellbares. Träumen ist eine Kraft, die nach außen drängt, in das mögliche Irgendwo, Irgendwer, Irgendwann. "Irgendwo" zu lokalisieren ist ein Teil der Kunst. In meiner Kunst kann ich ich eintreten in immer neue - unerwartete und vergessene - Räume, in denen ich meinen Träumen Raum gebe.

Ist Plüschow nur geträumt? "Real" kann ich es nicht nennen: ein Bahnsteig mitten auf dem Feld, ein Waldweg, ein Dorf, ein Schloß, ein großer leerer Raum für mich, nur ein Bett darin, große Fenster - Fernseher mit denkbar direktem "Regionalprogramm", Zeit neben der Zeit, die auf der Autobahn vorbeirast. So einen Ort habe ich nie gehabt.

"Sight seeing tour" Plüschow: eine Runde durch den Wald, eine Runde übers Feld, eine durchs Dorf, einmal im Schloß herum - und schon bin ich wieder bei mir selbst.

Draußen treffe ich auf Orte zum Träumen. Das sind immer wieder Betten: die Hünenbetten im nahen Forst, "sleeping beauty" im Dorf gleich am Kuhstall, den "Grünen Teppich" quer über dem Waldweg. Drinnen ist mein "Arbeitsplatz" das Bett im Atelier, wovon ich immer geträumt habe - Vehikel zu den "sights inside".

Die "sights", die ich sehe, sind die dunklen, undefinierten, möglicherweise leeren Innen- bzw. Zwischenräume. Meine textilen Objekte bilden diese Räume als Hohlköper, verschließen sie als kostbare Freiräume. Erinnerungen bzw. Wunschträume werden nicht ausgesprochen oder den Blicken preisgegeben aber wahrnehmbar und spürbar: "13: ich dachte, ich wäre ein Stein".

Und zu guter Letzt fällt mein Blick auf "Das Eigentliche" - einen der Zwischenräume im Treppengeländer von Schloß Plüschow, den ich mit einer grünen Hülle ausfülle.

Annette Munk

 sleeping beauty

 

Grüner Teppich

 

Arbeitsplatz