Die Dunkelheit der Nacht ist als Raumzustand in die Kunst längst eingekehrt : Installationen, Video, Projektionen erzeugen auf diesem Hintergrund Bilder und sensorische Räume.Sie führen aus der Tageswirklichkeit heraus, legen andere Sinne frei, aktivieren einen entgegengesetzten Wahrnehmungskontext.

In der Ausstellung "NACHTSCHICHT" im Künstlerhaus Schloß Plüschow sind Räume in Dunkelheit getaucht. Das erzeugt eine atmosphärische Umkehrung : ein wesentlicher Aspekt des Hauses sind seine hohen, lichtdurchfluteten Räume. Dunkelheit schafft völlig neue Voraussetzungen für raumbezogene Arbeiten.

Die Öffnungszeiten der Ausstellung werden in die Zeit nach der Dämmerung verlegt. Der Ort erscheint in einem anderen Licht. In der ländlichen Umgebung wird das Haus zu einem Leuchtkörper, entfaltet ein Nachtleben, das hier üblicherweise nicht stattfindet.

"Du zerflögst in dir selbst - im endlosen Raum zergingst du, wenn sie dich nicht hielte, dich nicht bände, daß du warm würdest und flammend die Nacht zeugtest." (Novalis)

"The city never sleeps". Der ländliche Raum hingegen ist groß und schweigsam. Ein paar Katzen schleichen umher, Nachtfalter drängeln sich um die Plätze unter den wenigen Lichtern. Wenn man abends über Land fährt, sieht man manche Fenster noch vom Widerschein der Fernseher erleuchtet. Aber weithin wirkt das Land wie ausgestorben. Zur Erntezeit kriechen oft die Scheinwerferaugen von riesigen Mähdreschern noch spät am Abend über die Felder : monströse Schönheit einer unerwarteten Nachtaktivität.
 

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