Symposium "Über die Zeit"
24. bis 26.September 199
 
 
Programm
1. Tag 24.9.99 Zeiterfahrung
19.00 Uhr Miro Zahra: Begrüßung
19.30 Uhr Sybille Hofter (Berlin) "Was bleibt, wenn etwas verschwindet?" Der Friseursalon, Film (1996, 13 Min, 35 mm) und Vortrag "Notizen zur Wandlung von Zeitperspektiven in meiner Arbeit"
21.00 Uhr "Inschriften" (Nachtlesung) Arthur Kuggeleyn
 
2. Tag 25.9.99 Zeit als Konstruktion
11.00 Uhr Eckehard Binas (Berlin) "Locator meets Terminator", Vortrag
14.00 Uhr Torsten Haake-Brandt und Peter Funken
(Berlin/Hamburg) "Geustermor", Performance
16.00 Uhr Kornelia von Berswordt-Wallrabe
(Schwerin) "Vanitas oder die Immanenz des Faktischen", Vortrag
19.00 Uhr Arthur Kuggeleyn (Schloss Bröllin) "LOST", Tanzperformance
21.30 Uhr Dokumentarfilm "Nanook der Eskimo"(USA, 1921)
 
3. Tag 26.9.99 Erinnern versus Vergessen
11.00 Uhr Bernhard Hoppe (Schwerin) "Erinnern oder Vergessen?" (Das kollektive Gedächtnis und seine Ausdrucksformen), Vortrag
13.00 Uhr Abschluß des Symposiums
 
 
Begleitendes Programm
·Zeitlabor
·Das Zeitverhalten als Ereignis. Es werden die subjekt-
ven Schwankungen, die Situationsabhängigkeit und die
Selbsttäuschungen der Zeiterfahrungen beobachtet,
erfasst und grafisch dargestellt.
·Ausstellung "Uhren der Muße &endash; oder andere
existentielle Zeitlichkeiten" von Paul Müller-Osten
·Klanginstallation "IMPACT" von Thorsten Ottersberg und Eckehard Binas

Die Beschleunigung gesellschaftlicher und technischer Entwicklungsprozesse führt zu einer zunehmenden Asynchronität natürlicher, technischer und sozialer Zyklen. Der Glaube des modernen Menschen, mittels Chronometer wenigstens die gesellschaftlich relevanten Probleme des Kommens, Treffens und Gehens zur falschen Zeit beheben zu können, hat sich als naiv herausgestellt. Vielmehr ist deutlich geworden, daß wir Menschen unsere Zeitprobleme selbst hervorbringen, genauso wie wir schließlich Zeit selbst in eine Konstruktion verwandelt haben. Zeit als Kulturgut. Paradox daran ist, daß wir zwar mit Hilfe von Instrumentarien der Temporalität uns besser zu erinnern glauben, z.B. daß wir Konstrukteure sind, aber andererseits die Konstruierheit der Zeit, unser Produkt, längst vergessen haben. Jedes hat seine Zeit, seinen Zyklus, seine Tempi, wie alles ein Universum zufälliger und chaotischer Bewegungen ist. Wir hingegen brauchen, um uns zu verbinden und zu treffen unseren Glauben an das Regime unserer Zeiten, dessen Konstitutivum der Kampf um genauere Geschwindigkeiten ist. Zuweilen scheint es, daß davon allein noch die Fehde um Beschleunigung bleibt.

Das Symposium versteht sich als einen ersten Schritt, diese Thematik langfristig zu bearbeiten.

Eckehard Binas

Teilnahmegebühr: 20,00 DM (50% Nachlaß für Studenten, Rentner und Arbeitslose); Teilnahmegebühr mit Abnahme der Dokumentation: 30,00 DM; (Die Dokumentation wird im Anschluß zum Symposium voraussichtlich Anfang November '99 erscheinen.) Das Symposium findet im Rahmen der Ausstellung interim 99 statt, die noch bis zum 10.10.99 zu sehen sein wird. Anmeldungen bis zum 20. September erbeten.

Mecklenburgisches Künstlerhaus Schloss Plüschow
23936 Plüschow; Tel.: 03841-6174-0; Fax: 03841- 6174-17; e-mail:office@plueschow.de