ZEITREISEN. Die Wandbespannung und ihre Rückseite „Das verlorene Landschaftszimmer“ im Dialog mit der Künstlerin Juliane Laitzsch

„Das verlorene Landschaftszimmer“ kehrt heim. Ein außergewöhnlicher Fund kehrt an seinen Ursprungsort zurück: Ein großes Fragment einer barocken Wandbespannung aus dem 18. Jahrhundert – lange verborgen, nun gerettet und zum ersten Mal breiter Öffentlichkeit vorgestellt.
Kurz nach 1990 entdeckte ein aufmerksamer Bauarbeiter das Stück unter Papiertapeten in einem Nachbargebäude von Schloss Plüschow. Über dreißig Jahre lang bewahrten seine Nachkommen das kostbare Textil in einer Garage in der Nähe von Grevesmühlen sorgfältig auf, bevor sie es 2023 an den Förderkreis Schloss Plüschow e.V. übergaben.
Das farbenfrohe Fragment zeigt eine prachtvolle Fantasielandschaft, in der sich Elemente italienischer, französischer und deutscher Kulturlandschaft zu einem einzigartigen Bildraum vereinen – mit üppigen Bäumen, exotischen Pflanzen und Figuren in leuchtenden Gewändern.
Nach aufwendiger Restaurierung ist das Stück nun dauerhaft in den Ausstellungsräumen des Mecklenburgischen Künstlerhauses Schloss Plüschow zu sehen – ein seltenes Zeugnis mecklenburgischer Kulturgeschichte im Dialog mit zeitgenössischer Kunst.

*Juliane Laitzsch
„Zeitreisen. Die textile Wandbespannung und ihre Rückseite“*

Die Zeichnerin Juliane Laitzsch nimmt in ihrer künstlerischen Arbeit direkten Bezug zu der wertvollen Wandbespannung auf. Sie lenkt die Aufmerksamkeit auf ihre Rückseite. Hier finden sich die Spuren einer wechselvollen Geschichte. Juliane Laitzsch tastet mit ihrer Zeichnung die Verweise auf diese Geschichte ab. Sie zoomt sich in die Tapetenreste, Nagellöcher und Verfärbungen hinein und bleibt ihrerseits fragmentarisch.
Gezeigt werden zudem Zeichnungen aus der Serie „Unendlichkeit in kleinen Fetzen“. Die Arbeit von Juliane Laitzsch lädt zu einer Zeitreise ein. Dabei hat sie immer auch den Neuanfang und das Weitermachen im Blick. Ihre sorgfältigen, meditativen Zeichnungen zeigen Schönheit und Verlust gleichermaßen.

Juliane Laitzsch hat in Bremen und Berlin freie Kunst studiert. Ihre Arbeit befasst sich mit Zusammenhängen von Vergangenheit Gegenwart und Zukunft. Dabei gilt ihr Interesse den Verschiebungen, den Rissen und Brüche und unserer seltsamen Un/Verbundenheit mit der Welt. Ihre Arbeiten wurden weitläufig ausgestellt und gefördert. Die Kunstuniversität in Linz hat ihr für die Arbeit „Spätantike Textilien – Experimente der Annäherung“ den Doktortitel verliehen. Sie lebt und arbeitet in Nordwestmecklenburg.

ERÖFFNUNG
am Samstag, den 09.05.2026 um 15 Uhr

Grußwort
Katerina Schumacher, Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Einführung zur Wandbespannung
Dr. Ramona Dornbusch, Direktorin des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern

Einführung zur Ausstellung
Miro Zahra, Leiterin des Künstlerhauses

Rundgang durch die Ausstellung mit der Künstlerin Juliane Laitzsch

Kleine Speisen und Getränke in der Schlossklause

geöffnet Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr
vom 10.05. bis 07.06.2026

FÜHRUNGEN
am Pfingstsonntag, den 24. Mai um 11 und 14 Uhr
am Pfingstmontag, den 25.Mai um 11 und 14 Uhr

am Sonntag, den 7. Juni um 11 und 14 Uhr
(letzter Tag der Ausstellung)

Eintritt mit Führung 7 Euro
Eintritt ohne Führung 4 Euro

Gefördert wurden die Restaurierungsmaßnahmen und das Begleitprogramm von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest sowie des Landes Mecklenburg-Vorpommern.