Nachwuchskunstpreis für Bildende Kunst MV 2026 / Sechs Nominierte – eine Preisträgerin – eine Ausstellung ab 5. September im Mecklenburgischen Künstlerhaus Schloss Plüschow

Nominierte Künstlerinnen und Künstler: Elli Ott (Aachen), Helge Griem (Rostock), Lisa Marie Steude (Samtens auf Rügen), Sophia Patzer (Rostock) sowie Franziska Harnisch (Berlin)

Julia Pietschmann ist die Preisträgerin des Jahres 2026. Sie erhält den Hauptpreis in Höhe von 5.000 Euro sowie einen Zuschuss von 3.000 Euro zur Realisierung ihres ersten größeren Einzelkataloges.

Die Jury – bestehend aus Dr. Kornelia Röder (Kunsthistorikerin, Schwerin), Miro Zahra (Bildende Künstlerin und Kuratorin, Leiterin des Mecklenburgischen Künstlerhauses Schloss Plüschow), Juliane Laitzsch (Bildende Künstlerin, Klein Warin), Antje Schunke (Kuratorin, Kunsthalle Rostock, Vorsitzende des Verbandes der Kunstmuseen, Galerien und Kunstvereine in MV) sowie Thomas Häntzschel (Künstler, Leiter der Kunst.Schule.Rostock) – hat ihre Entscheidung nach eingehender Beratung getroffen. Angesichts der hohen Qualität der Einreichungen war die Wahl außerordentlich schwierig.

Die Nominierten 2026
Neben der Preisträgerin wurden fünf weitere Künstlerinnen und Künstler für den Nachwuchskunstpreis MV 2026 nominiert: Elli Ott (Aachen), Helge Griem (Rostock), Lisa Marie Steude (Samtens auf Rügen), Sophia Patzer (Rostock) sowie Franziska Harnisch (Berlin).

Alle sechs Künstler:innen werden in der Ausstellung „Hier&Jetzt“ vom 5. September bis zum 11. Oktober 2026 im Mecklenburgischen Künstlerhaus Schloss Plüschow präsentiert. Die feierliche Preisverleihung findet im Rahmen der Ausstellungseröffnung in Schloss Plüschow statt. Die Schirmherrschaft des Projektes hat Ministerin Bettina Martin (Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten MV) übernommen.

Zur Preisträgerin – Jurybegründung
Julia Pietschmann, 1987 in Neubrandenburg geboren, entwickelt in ihren großformatigen Zeichnungen und Rauminstallationen ein künstlerisches Werk, das das Verhältnis von Mensch und Natur in seiner ganzen Komplexität befragt. Ihre Arbeiten sind keine Abbilder von Natur – sie sind Äquivalente zu echten Naturräumen: Orte, die eine eigene atmosphärische Dichte entfalten und den Betrachtenden in ein unmittelbares räumliches und sinnliches Erlebnis versetzen.
bq. „Ausgehend von intensiver Naturbeobachtung – häufig im Plein-air, mit allen Sinnen präsent – spürt Pietschmann den Spuren nach, die Menschen in der Landschaft hinterlassen haben, und macht sichtbar, wie tief das Natürliche und das Kulturelle ineinander verwoben sind. Ihre großformatigen Zeichnungen und Installationen übertragen diese Erkundungen in einen Bildraum, der über das konkrete Objekt hinausweist: Die Natur erscheint hier nicht als Kulisse, sondern als Handlungsraum – geprägt von menschlicher Einschreibung, veränderlich, durchlässig, offen.“ (Miro Zahra)

Die Jury zeichnet Pietschmann für eine künstlerische Position aus, die konzeptuelle Tiefe mit sinnlicher Unmittelbarkeit verbindet – und das Thema Mensch-Natur-Verhältnis mit einer formalen und inhaltlichen Konsequenz verfolgt, die in dieser Generation selten ist.

Über den Nachwuchskunstpreis MV
Der Nachwuchskunstpreis MV richtet sich an Bildende Künstlerinnen und Künstler bis 40 Jahre mit einem künstlerischen oder biografischen Bezug zum Land Mecklenburg-Vorpommern. Er verbindet finanzielle Förderung mit professioneller Sichtbarkeit: Der Hauptpreis umfasst 5.000 Euro, ein Publikationszuschuss von 3.000 Euro ermöglicht die Erstellung eines wissenschaftlich begleiteten Einzelkataloges, und alle Nominierten erhalten durch die Gruppenausstellung und einen Gruppenkatalogeintrag eine professionelle Bühne.
Der Preis wird aus dem Programm für Nachwuchskünstlerförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern finanziert.

Julia Pietschmann "Ufer", Zeichnung, 2024
Julia Pietschmann, Im Feld, Foto: Valerie Dröse